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Altonas Rattenproblem wächst

Die Zahl der Ratteneinsätze des Instituts für Hygiene und Umwelt in Altona ist von 207 im Jahr 2023 auf 277 im Jahr 2025 gestiegen, ein Plus von rund 34 Prozent. Rattensichtungen betreffen dabei längst nicht nur private Gärten. Sie häufen sich insbesondere im Umfeld von Imbissen, Kiosken und anderen Gewerbebetrieben, aber auch Kitas und weitere soziale Einrichtungen sind betroffen.

Durch die neuen Biozidregelungen müssen Eigentümer und Verantwortliche bei einem Befall in der Regel professionelle Schädlingsbekämpfer beauftragen. Doch die BUKEA weiß weder, welche Kosten dadurch entstehen, noch ob Bekämpfungen wegen finanzieller oder organisatorischer Hürden verzögert werden. Eine Folgenabschätzung fehlt ebenso wie eine belastbare Datengrundlage.

Dazu Katarina Blume, Vorsitzende der FDP-Fraktion Altona:
„34 Prozent mehr Ratteneinsätze innerhalb von zwei Jahren sind ein unübersehbares Warnsignal. Trotzdem zeigt sich die BUKEA bemerkenswert ahnungslos: keine Kostendaten, keine Folgenabschätzung, keine Erkenntnisse darüber, ob notwendige Bekämpfungen verzögert oder unterlassen werden. Betroffen sind nicht nur einzelne Hauseigentümer. Kleine Gewerbetreibende, Imbissbetreiber, Kioske und auch Kitas müssen im Ernstfall schnell handeln und dafür häufig ein Fachunternehmen beauftragen. Gerade für kleine Betriebe und Einrichtungen können die zusätzlichen Kosten erheblich sein. Die lapidare Antwort, finanzielle Schwierigkeiten änderten nichts an der gesetzlichen Pflicht, ist deshalb deutlich zu wenig.

Ratten machen weder vor Grundstücksgrenzen noch vor Kitatüren halt. Wenn eine notwendige Bekämpfung an Kosten oder organisatorischen Hürden scheitert, wird aus einem privaten Problem sehr schnell ein öffentliches Hygieneproblem.

Natürlich wurden die neuen Vorgaben nicht in Hamburg beschlossen. Das entbindet die BUKEA aber nicht von der Verantwortung, ihre Auswirkungen vor Ort zu beobachten. Nicht wissen, nicht erheben und einfach abwarten ist keine Strategie. Hamburg muss erkennen können, wo die Bekämpfung ins Stocken gerät, bevor sich das Rattenproblem weiter verschärft.“