Die FDP-Fraktion Altona fordert das Bezirksamt auf, während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorhandene Ermessensspielräume mit Augenmaß zu nutzen. Hintergrund ist ein Schreiben des Bezirksamts Altona an Gastronomiebetriebe, in dem selbst während der Weltmeisterschaft Tonübertragungen im Außenbereich grundsätzlich ausgeschlossen werden.
Die FDP zeigt sich irritiert darüber, dass ein derart weitreichendes Schreiben ohne vorherige politische Abstimmung veröffentlicht wurde.
„Eine Fußball-Weltmeisterschaft lebt von Gemeinschaft, Emotionen und dem gemeinsamen Erleben. Wer glaubt, die Hamburger müssten zum Fußballschauen, Jubeln und Feiern in den Keller gehen, hat den Charakter eines solchen Sportereignisses nicht verstanden“, erklärt Constantin Jebe, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion Altona.
Mit einem Antrag in der Bezirksversammlung fordert die FDP eine pragmatische und verhältnismäßige Verwaltungspraxis. Kurzfristiger Torjubel oder emotionale Reaktionen dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen im Zusammenhang mit einem zeitlich begrenzten internationalen Sportgroßereignis bewertet werden.
„Besonders irritierend ist, dass das Bezirksamt bereits weitreichende Vorgaben kommuniziert, ohne dass hierzu eine politische Diskussion stattgefunden hat. Die Bezirksversammlung sollte die Gelegenheit haben, sich mit diesem Thema zu befassen, bevor den Bürgern und Gastronomen signalisiert wird, dass während einer Fußball-Weltmeisterschaft praktisch kein gemeinsames Erleben im Außenbereich möglich sein soll.“
Die FDP setzt sich für einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Interessen der Anwohner und dem Wunsch vieler Bürger ein, die Spiele gemeinsam mit Freunden, Familie und Nachbarn zu verfolgen.
„Wir wollen keine Sonderrechte und keine rechtsfreien Räume. Aber eine Weltmeisterschaft findet nur alle vier Jahre statt. Hamburg sollte den Menschen ermöglichen, dieses Ereignis gemeinsam zu erleben – statt den Eindruck zu vermitteln, gemeinsames Feiern sei unerwünscht.“
Der Antrag wird in der Sitzung der Bezirksversammlung am 25. Juni 2026 eingebracht.