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Schleichender Wegfall von Pkw-Stellplätzen: Umbaupläne rund um die Sternbrücke vorgestellt

Auf der städtischen Beteiligungsplattform max-brauer-allee.beteiligung.hamburg stellt die Stadt Hamburg derzeit ihre Pläne für den Umbau der Max-Brauer-Allee rund um die Sternbrücke vor. Neben einem anschaulichen Erklärvideo sind dort auch eine detaillierte Planzeichnung sowie eine 3D-Visualisierung des geplanten Straßenumbaus zu finden.
Die öffentliche Beteiligung war bis zum 11. April möglich – durch Kommentare und die Teilnahme an einer Online-Umfrage.
Die bisherigen Rückmeldungen zeigen ein breites Spektrum an Meinungen:
Während einige den Fokus auf Umwelt- und Verkehrswende ausdrücklich begrüßen – dabei aber die geplante Fällung von 44 Bäumen kritisieren –, äußerten andere große Bedenken hinsichtlich des massiven Wegfalls regulärer Pkw-Stellflächen. Besonders betroffen fühlen sich Menschen, die trotz erheblicher Mobilitätseinschränkungen keinen Anspruch auf einen „blauen Parkausweis“ haben und dennoch auf das Auto angewiesen sind.
Die 44 zu fällenden Bäume sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. Dennoch ist der Eingriff in den gewachsenen Baumbestand erheblich, da das Heranwachsen neuer Bäume Jahrzehnte dauern kann. Auch die wegfallenden 16 regulären Stellplätze werden nicht ersetzt. Unter den verbleibenden Parkmöglichkeiten wird ein Teil künftig ausschließlich dem Liefer- und Ladeverkehr vorbehalten sein.
Am Montagabend wurden die Pläne im Mobilitätsausschuss Altona durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) vorgestellt. Die vorrangigen Ziele des Umbaus sind laut LSBG:
• Stärkung des Radverkehrs
• Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV)
• Verbesserungen für den Fußverkehr
• Förderung blau-grüner Infrastruktur
• Diversität in der Nutzung öffentlicher Räume
Fehlt da nicht etwas?
Richtig! Beim sogenannten „Ruhenden Verkehr“ wurde der motorisierte Individualverkehr (MIV) – also private Pkw – nur unter dem Punkt „Diverses“ erwähnt, konkret in Form von Lade- und Lieferlogistik sowie einem einzigen neu zu schaffenden barrierefreien Stellplatz.
Diese Form des Umbaus hat in Hamburg Methode – und sie schreitet abschnittsweise voran. Prominente Beispiele im Bezirk Altona sind der Umbau der Elbchaussee und der Louise-Schröder-Straße. In beiden Projekten wurden bzw. werden Stellflächen bis auf wenige Ausnahmen konsequent entfernt. In den entsprechenden Pressemitteilungen wird das als „Neustrukturierung“ bezeichnet.
Gerade im Fall der Louise-Schröder-Straße – einer dreispurigen Einbahnstraße – wurde mit dem Rückbau auf eine frühere Fehlplanung reagiert. Allerdings stellte sich der erwartete Durchgangsverkehr nie ein. Der Bedarf der Anwohner an Pkw-Stellplätzen hingegen ist angesichts steigender Zulassungszahlen ungebrochen. Bei der Vorstellung des Projekts im Jahr 2024 hoben Verkehrssenator Anjes Tjarks und Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg die Vorzüge hervor – ohne jedoch auf die Auswirkungen für Anwohner einzugehen.
Die FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona mahnt neben der wachsenden Belastung durch Parkplatzsuchverkehr auch die Folgen für lokale Gewerbebetriebe an – sowohl für ansässige als auch für anreisende.
Oder – um Wirtschaftsminister Robert Habeck zu zitieren – vielleicht gehen sie nicht insolvent, sondern hören einfach auf, zu verkaufen?

Foto: Emma7stern / https://creativecommons.org